Quinta dos Roques | Abrunhosa do Mato (Mangualde)

[Juni 2013] The Spirit Of The New Dão. Nun ein Abstecher zum Weinkauf bei der Quinta dos Roques. Dieser Besuch endete in einem ausgesprochen sympathischen "Spontantasting" der neuen Weißwein-Jahrgänge der Quinta dos Roques (Roques 2012, ein Blend) und der Quinta das Maias (ein "Malvasina Fina 2011", als Monocasta). Die Quinta das Maias liegt an den Gebirgsausläufern der Serra da Estrela, ist quasi "Partner-Quinta", deren Weine in der Adega der Quinta dos Roques vinifiziert werden.

Ca. 2008 hat mir Kellermeister Santiago bereits die Quinta gezeigt. Bei meinem zweiten Besuch hatte ich das besondere Vergnügen, dass Luisa, die Tochter von Luis Lourenço höchstpersönlich sich meiner annahm und eine kleine Weinprobe im frisch renovierten Nebenhaus der Quinta auf die Beine stellte.

Man muss dazu wissen, dass Luisa (die noch studiert) mit dem Wein-Biz eigentlich nichts zu tun hat. Genaugenommen war es ihr allererstes Tasting, dass sie mit einem Besucher durchgezogen hat. Immer dann, wenn ihr Hintergrundwissen zu z.B. verwendeten Rebsorten o.ä. fehlte, griff sie kurzerhand zum Telemóvel um bei Vater Luis die gewünschten Infos zu erhalten. Es war einfach nur liebenswert, wie zuvorkommend und engagiert sich Luisa und die anderen Leute auf der Quinta sich um mich gekümmert haben! Einen ganz großem Dank hierfür noch einmal!

  • Actualmente a Quinta dos Roques dispõe de 40 hectares de vinhas modernas, que se distinguem das demais pela racionalidade dos sistemas de condução e pela qualidade das uvas produzidas. Cerca de 75% da área é ocupada por castas tintas, onde domina a Touriga Nacional (40%), Tinta Roriz, Alfrocheiro Preto, Jaen, Tinto Cão e Tinta Pinheira; os restantes 25% são de castas brancas, onde prevalece o Encruzado (40%), Malvasia Fina, Bical e Cercial.

Die verkosteten Jahrgänge 2012 (noch nicht auf Flaschen gezogen) als auch der zuhause in Ruhe genossene 2011er Roques Branco brillieren mit feiner, bekömmlicher Säure und Mineralität, ausgewogener Struktur und Frische ...


Als ich vor einigen Jahren das Buch "Portugal und seine Weine" (Hallwag Verlag) erwarb, dachte ich etwas despektierlich: "Na, da hat ViniPortugal mit Hendrik Thoma in ein fernsehbekanntes Gesicht zum verfassen des Vorworts investiert, aber das wird es dann auch gewesen sein ..." Aber mitnichten, der Thoma versprüht mittlerweile authentische Begeisterung für portugiesische Weine. Jedenfalls hat er mit der #23 auf seiner Liste ...

  • 2011 QUINTA DOS ROQUES, Dão

... (und anderen Goodies) wieder deutlich bei mir punkten können. RoquesSchön in dem Zusammenhang ist, dass ich jetzt noch nicht mal die 7 - 8 km zur Quinta fahren muss, wenn ich in Mangualde bin. Die Weine kommen jetzt quasi bis knapp vor unsere Haustür, hat doch im letzten September COAPE (Cooperativa Agro-pecuária dos Agricultores de Mangualde) schräg gegenüber einen "Espaço Coape" eröffnet. Eine Art kleines "Einkaufszentrum mit Gastronomie" in dem die lokalen Produzenten gemeinsam ihre Waren vertreiben, natürlich auch die Weine der Region. Die Lourenço-Familie ist dort nicht nur mit den Weinen der Quinta dos Roques, der Quinta do Correio sondern auch mit den Weinen der Quinta das Maias vertreten ...

... auf letztgenannter Quinta hat man auf organischen Weinbau umgestellt

Wer mal in Mangualde vorbeikommt: Der Espaço Coape befindet sich rechts neben dem alten Kino und ein Besuch lohnt, nicht nur der guten und günstigen Weine wegen!


  • Die Quinta das Maias liegt an den Gebirgsausläufern der Serra da Estrela, ist quasi "Partner-Quinta", deren Weine in der Adega der Quinta dos Roques vinifiziert werden.

 

Ich habe im PortugalForum ja bereits des öfteren mein arg ambivalentes Verhältnis zur Rebsorte Jaen bekundet. Licht oder Schatten, dazwischen gibt es bei Monocastas (bei mir) fast nichts. Oder besser: Marmelade oder Göttertraube, je nachdem. Das Luis und sein Team mit der schwierigen Rebsorte umzugehen verstehen - auch kein neues Statement von mir. Im Juni 2015 habe ich mich dann über diesen feinen Tropfen, Quinta das Maias Jaen 2010, hergemacht.

 

Ich zitiere mal aus meinen enthusiastischen Degu-Notizen: Violett im Glas, dezente Kirsch- und Beerenaromen in der Nase, am Gaumen Kirschnoten, aber nicht aufdringlich. Ein runder Tropfen, mit einem vollem Nachgeschmack. Dazu empfehle ich zum naschen einen milden Gorgonzola.

Eine Info fehlt bei meinem enthusiastischen Notizen: Der Preis! Dort steht ein Fragezeichen, weil ich keine Erinnerung mehr daran hatte, was ich Anfang 2013 dafür bezahlt habe. Nun, nach Recherche im Internet, der Wein kostet so um die 20 EUR/Flasche und die Revista de Vinhos hat fette 17 Punkte vergeben!


  • Nun beschäftigt sich auch "Winedetective" Sarah Ahmend mit den verheerenden Waldbränden am Dão, und berichtet über die im besonderen Maße betroffenen Weingüter "Casa de Mouraz" und "Quinta dos Roques" ...

 

Hier noch einmal das Interview, das Sarah mit Luís Lourenço kurz nach den Bränden 2017 geführt hat ...


[Oktober 2017] Ich war ebenfalls vor Ort. Der starke Wind hat die Flammen schnurstracks auch durch die Vorzeige-Parzelle gezogen. Das Gebäude mit dem Tasting -Room blieb unbeschädigt.

Man konnte gut erkennen, dass der Wind die Flammen exakt auf die Adega zugetrieben hat. Die Rebanlage selber bot dem Feuer augenscheinlich wenig Brandmasse, so dass die Flammen es nicht über die Straße schafften und die gegenüber gelegenen Weinkeller verschont blieben ...

Es mag jetzt wie ein komischer Gedanke klingen, aber es kann den betroffenen Winzern nur helfen, wenn die Weine des Jahrgangs 2017 zukünftig ordentlich nachgefragt werden. Kurz noch einmal zur Info: Die diesjährige Weinlese begann und endete extrem früh und war zum Zeitpunkt der Waldbrände bereits komplett angeschlossen.

 

Man kann die Weine aus der Region aber auch einfach so kaufen und genießen, z.B. weil es unwahrscheinlich stoffige und komplexe Rotweine sind, wie dieser Quinta dos Roques Tinto 2010 .


Gutgemachte, sortenreine Rotweine aus der Rebsorte Alfrocheiro sind für mich in guten Jahrgängen ja so etwas wie die heimlichen Stars unter den Topweinen des Dão. Für mich gehört der gereifte Quinta dos Roques Alfrocheiro DOC Dão 2014 eindeutig in diese Kategorie. Komplex, aber unkompliziert. Rotfruchtig, samtige Tannine. Körperreich, aber kein Wein der einen erschlägt. Eher einer, der Lust auf den nächsten Schluck, das nächste Glas macht. Klasse!

 24,90 EUR kostet der großartige Tinto in Deutschland. 13,5 % Vol. Ein wunderbarer Vertreter von Region und Rebsorte.


Quinta dos Ropques Rosé Colheita 2020 -  Farblich ein echter Old School-Rosé, der in der Nase und am Gaumen das volle Pfund "Himbeere und Erdbeere" liefert. Aber niemals Bonbon, immer mineralisch straff. Fein, fein, der Sommer kann kommen. Rebsorten: Alfrocheiro und Tinta Roriz. Für 9,70 EUR bietet der "Top-Terrassenwein" ein süffiges Vergnügen der gehobenen Art. Spitze!


Über mich ...

 

Weinliebhaber mit engem Bezug zu Portugal. Beruflich habe ich keine Berührungspunkte mit dem Wein-Business.  Insofern schreibe ich unabhängig über  portugiesische Weine als reine Liebhaberei. Anregungen, Fragen? Gerne: frank@vinhoportugal.de

 

 

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