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Luís Pato Fernão Pires RED WINE 2012


RED WINE? Irgendwer schummelt hier. Blanc de Noir kennt man. Weißwein aus "roten" Rebsorten (die eigentlich blau sind). Aber Rotwein aus einer weißen Rebsorte? Geht nicht, da muss man Goethes Farbenlehre nicht erst bemühen! Geht (irgendwie) doch. Beim Wein im linken Glas handelt es sich um Rotwein, da sind wir uns doch hoffentlich einig? :-)

Der Farbe nach ein Tinto.  LuÍs Pato (im Rheinland auch scherzhaft als der "Chemiker" unter den portugiesischen Weinmachern verschrieen)  kreiert aus der Fernão Pires (einer weißen Rebsorte) unter Zugabe von 6 % der roten Baga einen "Rotwein" der röter ist als die meisten seiner Artgenossen. Wie das geht? Der Most beider Rebsorten fermentiert zusammen bei längerem Kontakt mit den Beerenschalen als üblich (ähnlich einem "Orange Wine"),  dies extrahiert und intensiviert die Farbstoffe. Keine Eiche und vergleichsweise günstig was Luís Pato da zur Geburt seines Enkels in Flaschen gefüllt hat.

Familienduell? Vater gegen Tochter? Warum nicht! ;-) Auf der Quinta herrscht traute Familienidylle wie ich aus eigener Anschauung berichten kann. Die Weinmacher-Philosophie ist dennoch recht verschieden. Experimente gegen Minimal-Intervention. Im konkreten Battle "gewinnt" Filipa, wenn es auch bis auf die Farbe des Weins und dem selben Jahrgang wenig gibt, was es zu vergleichen galt. Egal, ich finde es immer spannend Weine "gegen einander" zu probieren, zu vergleichen, was hat der eine was der andere nicht hat usw. Einfach nur "schmeckt/schmeckt nicht" bringt keinen Erkenntnisgewinn, aus dem man beim nächsten "Plopp" wiederum gesteigerte "Gaumenfreuden" gewinnen kann.


Über mich ...

 

Weinliebhaber mit engem Bezug zu Portugal. Beruflich habe ich keine Berührungspunkte mit dem Wein-Business.  Insofern schreibe ich unabhängig über  portugiesische Weine als reine Liebhaberei. 

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