Quinta de St. António  Mangualde

Die jungen Weine der Soc. Agr. Quinta de St. António wurden uns mittels ausgiebiger Proben vorgestellt - direkt aus dem Tank. Ich wage vorherzusagen, dass das was in den Tanks und Barriques schlummert, zu guten/großen Weine reifen wird. An dieser Stelle noch einmal danke an Sr. Nuno Trancho!

... verköstigt habe ich einen 2010er Jaen, einen 2011 Touriga Nacional und einen 2010er Touriga Nacional aus dem Eichenfass.

 

Die Quinta wurde - wenn ich mir alles halbwegs richtig gemerkt habe - 2006 neu errichtet. Auf ca. 30 Hektar werden die roten Rebsorten Touriga Nacional, Alfrocheiro, Jaen und Tinta-Roriz angebaut (und ganz neu dieses Jahr 1,5 Hektar mit der weißen Encruzado).

 

Der 2008er Vinho Tinto Reserva, dass Flagschiff, kostet 8,50 EUR, ist ein Blend aus den o.g. roten Rebsorten. Der Wein braucht etwas Luft, danach präsentiert er sich wunderbar rund im Nachgeschmack, gut eingebundene Tanine, mit einer dezenten Fruchtnote. Er ist von kräftiger, dunkel-violetter Farbe. Sehr lecker! Enólogo: Paolo Fiuza Nigra.

 

Der sortenrein ausgebaute 2009er Touriga Nacional (5,65 EUR) braucht ebenfalls Luft um sich voll zu entfalten. Ebenfalls eine runde Sache. Ich habe ihn gegen einen mit 8,50 EUR deutlich teureren Follies (70% Touriga Nacional, 30% Cabernet Sauvignon) der Quinta de Aveleda "antreten lassen", und empfand ihn fast auf Augenhöhe.

 

Also, der Quinta de St. António werde ich bei Gelegenheit wieder einen Besuch abstatten um ein paar Flaschen neuere Jahrgänge mitzunehmen.


Warum ich Rosé-Weine bei meinen Besprechungen lange Zeit so stiefmütterlich behandelte? Nun, "weder Fisch noch Fleisch" waren die Weine lange Zeit eigentlich nicht so mein Ding. Klar, runtergekühlt auf 8°C taugen trockene Rosés auf der Terrasse als farbenfroher, frischer Begleiter zu leichten Gerichten: Salaten, gegrillter Fisch, Bife de Peru - aber auch sehr gut zu Käse. Kurzum: Ein typischer Sommerwein. Aber als nachhaltiges, komplexes Erlebnis für die Geschmackssinne taugen sie eher selten.

 

Aber, wie habe ich neulich vom portugiesischen Weinmacher Luis Seabra gelernt: "Getting out of your comfort zone" ist der Weg zu überraschenden Neuentdeckungen.

 

So habe ich mich dann an einen älteren Rosé aus meinem Bestand gemacht, den Terras de Stº António 2006, der mich mit Erdbeeraroma in der Nase und am Gaumen überraschte, nachdem er etwas mit Luft reagiert hat und die Trinktemperatur auf 11 bis 12°C gestiegen ist. Das "atmen" befreite den Wein auch von einer anfänglich leicht holzigen Note und er entfaltet einen langen, intensiven Nachgeschmack. Erstaunlich wie sich der Wein, der einst lediglich knapp über 3 EUR kostete, in der Flasche entwickelt hat.



Jung bereits gut, gereift wirklich "eine runde Sache". Großes Gaumenkino für einen Wein der seinerzeit für 8,50 EUR geradezu ein Schnäppchen war. Überragendes Preis-/Spaß-Verhältnis. Gerne mehr davon, bin gespannt neue Jahrgänge zu probieren.


Über mich ...

 

Weinliebhaber mit engem Bezug zu Portugal. Beruflich habe ich keine Berührungspunkte mit dem Wein-Business.  Insofern schreibe ich unabhängig über  portugiesische Weine als reine Liebhaberei. 

Anregungen, Fragen? Gerne: frank@vinhoportugal.de

 

 

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